12.06.2018 3 R U I N E N in 3 Tagen

Yaxha und Nakum

Nach dem Grenzübertritt machen wir uns auf den Weg Richtung Yaxha, eine Ruinenstätte die uns Neil und Ruben, bei denen wir in Belize übernachtet haben empfohlen hatten. Die Petén Gebiete in Guatemala beherbergen zu größten Teil Dschungel in denen viele Maya Städte liegen – die meisten davon noch vergraben und von den Pflanzen verschluckt. Yaxha liegt am Ende einer ruppigen, aber gut befahrbaren DirtRoad an einem See, doch wirklich angefixt hatte uns eine andere Idee; auf iOverlander haben wir von einer Ruinenstätte gelesen, die noch viel weiter im Dschungel liegen soll. Wir fragen beim Eingang nach und bekommen die Antwort, die Straße sei gesperrt. Als wir allerdings am See ankommen, treffen wir Cicero, nach ein paar Unterhaltungen meinte Er, man könne schon nach Nakum fahren. Dann haben wir also beschlossen uns Yaxha am nächsten Tag anzuschauen und nach Nakum zu fahren 17km sagt mein Navi. Der Weg durch den Dschungel war beeindruckend, Affen springen auf den Bäumen herum und verschwinden im Gestrüpp neben dem Weg. Dieser wurde jedoch von Kilometer zu Kilometer schlechter, bis er schließlich zu einer kompletten Matschpiste wurde, 50cm tiefe Löcher fordern die gesamte Bodenfreiheit des Truck und auf dem Hinweg wühlen wir uns erfolgreich die 17km zu den Ruinen. Etwa 2h brauchen wir pro Strecke, doch es lohnt sich; man bekommt jetzt erst eine Idee wie versunken diese Ruinen im Urwald sind. Dort angekommen treffen wir lustige 6 Männer, die dabei sind die Ruinen weiter auszugraben. Sie sind ordentlich überrascht uns dort zu sehen, zeigen uns dann aber den Weg zu den Ruinen. Erst dann wird einem klar, das die riesigen, mit Bäumen bewachsenen Hügel alles Bauwerke der Maya sind, im Kontrast dazu die gigantischen, schon zu Tage gebrachten Komplexe. Und das alles zu sechst; seit 2002 buddeln sie schon dort im Dschungel – im Gegensatz: in Tikal arbeiten 220 Menschen, weil es regelmäßig von Touristen frequentiert wird und an ein Straßennetz angebunden ist.

Um 16 Uhr machen wir uns auf den Weg zurück, entspannt weil wir auf dem Hinweg so gut durchgekommen sind bleiben wir abrupt im Matsch stecken. Wir fangen grade an den Matsch unter den Reifen freizubuddeln da kommen schon die Arbeiter auf dem Weg in den Feierabend vorbei und holen lachend ein Seil raus und zusammen wird der Truck wieder herausgezogen. Wenigstens meinten die Arbeiter das Sie auch erst am Morgen stecken geblieben sind. Auch mal eine Erfahrung. Unten gibt’s auch ein Link zu einem Video….

Yaxha

Yaxha ist ein sehr übersichtlich gebaute Städte mit 3 Komplexen und einer guten einem guten Wegesystem. Auf viele der Ruinen kann man heraufklettern und hat einen herrlichen Blick über die Seenlandschaft und den Dschungel. Auch diese Stätte ist nur wenig besucht, wir waren größtenteils alleine unterwegs.

Das besondere an diesem Ort sind aber die Arbeiter, die hier am See in einfachen Hütten unterkommen und die Ruinen weiter ausgraben und rekonstruieren. Von hier aus brechen die Arbeiter auch zu den kleineren, im Dschungel liegenden Ruinen auf um diese freizulegen und zu restaurieren. Die Stimmung war sehr nett, auch wenn es eine Mammutaufgabe ist für „nur“ 200 Männer.

Tikal

Tikal gilt als die mit bedeutendste Stadt der Maya. Diese Ruinen haben eine besonders steile Architektur und sind mit die höchsten aus dieser Zeit. Tikal hatte eine vorherrschende Machtstellung inne und stand in einer besonderen Beziehung zu dem weit entfernten Teotihuacan (nahe Mexico City) und unterjochte Teilweise viele der nahegelegenen anderen Mayastädte. Wir rechneten mit einem ähnlich Andrang wie in Chichen – Itza oder Palenque und begannen unsere Erkundung schon um 6 Uhr morgens. Die Stimmung war einmalig, viele der irre hohen Tempel liegen im Nebel und niemand ist zu sehen. Das ist auch etwas, was schwierig ist auf Bildern zu übermitteln, alleine durch teilweise 2000 Jahre alte Ruinen zu laufen, diese zu erkunden und dabei irgendwo im nirgendwo zu sein ist ein Gefühl, was einem diese Erkundungen zu einer einmaligen Erinnerung werden lässt. Dieses Gefühl hat in Chichen – Itza durch die komplette Kommerzialisierung, trotz der unglaublichen Bauwerke, leider gefehlt. Allerdings haben wir Tikal auch in der Off-Season besucht, es wird wahrscheinlich in Ferienzeiten noch erheblich stärker frequentiert sein.

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Die Ruinen von Nakum – mitten im Dschungel der Petén Gebiete.Auf dem untersten Bild kann man sich gut vorstellen, wie so eine Pyramide vor den Ausgrabungen aussieht.

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Hier Yaxha: Eine Prachtallee vergangener Zeiten.

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Die beschriebene Aussicht auf die Seen von Yaxha. Achso: Yaxha heißt übersetzt >Grünes Wasser<.

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Tikal im Nebel – um etwa 6:30 am Morgen.

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Dieser „Tempel 5“ mit seiner gigantischen Treppe. Diese erscheint einem fast überdeminsoniert, es ist aber ja auch „nur“ (!!!) eine Rekonstruktion.

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Die Isla de Flores.

Artikel verfasst von: Einar