23.06.2018 Vulkan Acatenango

23.06.2018  Vulkan Acatenango

Die Stadt Antigua ist praktisch von Vulkanen eingekesselt, sie liegt direkt am Fuß des „Volcan de Agua“ und die Vulkane Acatenango und Fuego sind Luftlinie gerade mal 17km entfernt. Der Vulkan Fuego (aktiv) ist vor etwa 3 Wochen ausgebrochen und hat etwa 120 Tote gefordert, wobei immer noch mehr als 200 Menschen vermisst werden. Eine Tragödie, die einmal mehr beweist, dass auch die modernste Technik, die am Fuego im Einsatz ist, kaum vor Ausbrüchen warnen kann. Der Vulkan Acatenango liegt praktisch direkt neben dem Fuego und kann bestiegen werden, er ist mit seinen 3976m der höchste Vulkan dieser Gegend, der Ausblick von oben reicht bis zur Pazifikküste.

Wir waren etwas besorgt, ob man nach dem kürzlichen Ausbruch des nahen Fuegos überhaupt hochsteigen kann und wie das mit der Sicherheit usw. aussieht. Auf unserer vielfältigen Camping-App finden wir eine Telefonnummer von einer lokalen Familie, die Touren auf den Vulkan anbietet. Wir fahren also in das kleine Dorf, nahe des Acatenango und werden mit großem Hallo empfangen. Nach einem Frühstück werden wir mit Proviant für 1 ½ Tage, Zelt und Isomatte ausgestattet und machen uns dann auf den Weg zum Trail. Unser Bergführer heißt Warner und ist so alt wie wir, ein drahtiger Bergsteiger-Typ der trotz unser vielen Verschnaufpausen nicht die Geduld verliert… okay soo langsam waren wir auch nicht, aber auf jeden Fall auch nicht auf Rekordjagd. Der Plan ist, es am ersten Tag zum Camp auf etwa 3500m Höhe zu schaffen und dann am nächsten Morgen den Weg zur Spitze zu wagen. Der Trail ist steil und verlangt uns mit unseren schweren Rucksäcken viel ab, dafür werden wir mit beeindruckenden Aussichten und dem Vulkan Fuego belohnt… Im Base-Camp angekommen können wir einige Zeit den Fuego beobachten, wie er unregelmäßig Aschewolken spuckt und Lava den Abhang hinunter brodelt. Abends kommt ein gigantischen Gewitter dazu; ein atemberaubendes Szenario. Das gesamte Umland ist noch immer gezeichnet von dem kürzlichen Ausbruch des Fuegos, von oben kann man die canyon-ähnlichen Furchen der Lavamassen sehen und auch das Plateau des verschütteten Dorfes. Die Straßen sind voller Vulkangestein und die Trails auf dem Acatenango sind durch die extra Schicht Gestein noch anstrengender geworden.

Der Aufstieg zur Spitze am 2. Tag dauert zwar nur eine Stunde, ist auf der Höhe aber noch atemraubender und steiler als die vorigen Abschnitte. Die Strecke ist nur 1,2 km lang und wir benötigten etwa 1h hinauf (runter in 10min), der Ausblick ist gigantisch, der Fuego hat seine eigene bedrohliche Aura, die sehr respekteinflössend ist.

Doch mit das Schönste an dem Abenteuer war unser Bergführer Warner, selten haben wir beim Wandern so viel gelacht, Warner hatte ein fundiertes Wissen über die Natur in der Umgebung und machte uns auf Vieles aufmerksam. Schön ist auch, dass wir Warner nicht über ein Reisebüro oder Ähnliches gebucht haben, denn diese Agenturen bezahlen die Bergführer oft sehr schlecht, so haben wir unsere Investition direkt in die lokale Wirtschaft gepflanzt, wobei 325Q/Person (etwa 35€) inkl. Essen und Equipment sehr preiswert sind. Ein weiterer Vorteil war, dass wir sozusagen eine „Privatguide“ hatten. Ein tolles (und anstrengendes) Abenteuer!

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Der Volcan del Agua

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Der Fuego.

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Ich glaube zu diesen Bildern brauche ich nichts großes mehr zu sagen.

Artikel verfasst von: Einar