25.04.18 Weitere Städte und endlich wieder Natur

25.04.18 Weitere Städte und endlich wieder Natur

Guanajuato

Nach Durango, Zacatecas und Aguascalientes wandelt sich hier das Bild: Auch Guanajuato ist UNESCO Weltkulturerbe doch hierher verschlägt es deutlich mehr Touristen als in die oben genannten Städte. Das bemerken wir schon auf unserem Campingplatz, wir treffen dort ein Pärchen aus Deutschland und ein Amerika/Kanada Pärchen. Wir sind froh nicht mehr so komplett allein zu sein und freunden uns schnell mit Isaac und Kelsey an, die gerade auf ein Ersatzteil für ihren Range Rover warten müssen. Issac ist eigentlich allein mit dem Fahrrad auf dem Weg von Boston nach Argentinien, aber im Moment fährt das Fahrrad auf dem Dach von Kelsey’s Range Rover mit. Die beiden zeigen uns Abends die Bars, eine wirklich sehr nette Bekanntschaft. Tequila wird hier anders als in Deutschland nicht mit Limetten und Salz getrunken, sondern mit gesalzenen Heuschrecken und mit Chilipulver bestreuten Orangenscheiben.

Auch am Tag ist die Stadt schön anzusehen, die Kolonialbauten sind alle perfekt in Schuss, die Häuser tragen vorzugsweise einen Anstrich in knalligen Farben; hellgrün, pink, orange und türkis sind die Favoriten. Da die Stadt in mehrere Täler gezwängt wurde ist die Lage umso interessanter, die Täler werden mit uralten Tunneln miteinander verbunden, die einem bei einer Länge von oft mehr als 250m etwas Angst einjagen können.

San Miguel de Aliende

San Miguel ist bei Touristen scheinbar sehr beliebt. Vor allem die „Amis“ fahren oder fliegen hier sehr gerne in den Urlaub, spielen Tennis oder sitzen bei Starbucks herum (da kennt man alles). Überall wird Englisch gesprochen und es gibt viele teure Hotels. Aber auch die Deutschen sind hier zugegen, auf dem RV Park mitten in der Stadt stehen viele dieser typisch deutschen LKW Wohnmobile, ein deutsches Paar wohnt hier scheinbar schon länger. Wir treffen dort auch ein nettes Ehepaar in einem Pickup Camper, die uns eine Werkstatt in der Nähe empfehlen konnten, denn unserer Truck brauchte neue Stoßdämpfer. Die Werkstatt, zu der wir am Montag früh fuhren ersetzte unsere 4 Stoßdämpfer in etwa 3h für 2700MXN, nicht mal 120€. Der Workshop war groß, sah schon von außen super ordentlich aus und wir sind sehr zufrieden mit dem Service (einen kurzen Rundumcheck gab es dazu). Die Koordinaten habe ich in iOverlander eingepflegt.

Sierra Gorda

Nicht weit von San Miguel befinden sich die Sierra Gorda, ein Gebirge dass viele Wasserfälle und alte Missionen zu bieten hat. Die Straßen winden sich kurvenreich bergab und bergan, bei der Durchquerung frisst unser Truck fleißig die Höhenmeter. Die Straßen sind alle asphaltiert, bis man zu den Naturschauplätzen fährt, dort muss man teilweise über übelste Schotterpisten fahren, die im Normalfall zwar ohne 4WD zu schaffen sind (jedenfalls in der Trockenzeit) aber oft sehr steil und schmal sind. Der Río Escanela verläuft mystisch durch eine sehr feuchte Vegetation, führt durch enge Canyons und durch eine Grotte, von wo aus das Wasser aus der Decke geschossen kommt. Dieses Wasser ist dabei so glasklar, dass es einem die Sprache verschlägt und zum Baden einlädt. Die Wälder duften nach exotischen Blüten und Kräutern und in der hohen Luftfeuchtigkeit flattern unzählige Schmetterlinge. Die Bäume sind mit Epiphyten (Pflanzen die auf Baumstämmen wachsen) bedeckt.

Leider versuchen einige Locals die wenigen Touristen zu verarschen und sinnlose Guides und Gebühren zu verlangen. Die Pfade entlang des Flusses sind von der mexikanischen Touristenbehörde perfekt präpariert und ausgeschildert, ein Guide völlig zwecklos. Wir haben etwa 25MXN bezahlt und unser Auto dort geparkt, sind allerdings extra ohne Guide losgegangen.

Auch der Cascada (Wasserfall) El Chuveje ist schon in der Trockenzeit gewaltig, die kurze 20min Wanderung dorthin absolut lohnenswert. Man kann genial schwimmen und es so wie die Locals machen, nämlich einfach ein paar (oder auch ein paar mehr) Dosen Bier mitnehmen und sich mit den Füßen im Fluss entspannen.

Wir wollten auch noch eine Führung in eine sehr tiefe Höhle (ohne Guide nicht erreichbar) machen, in der 60 bunte Aras leben, als wir jedoch nach 25km schlechter Piste in diesem kleinen Ort ankamen und dort auch übernachten wollten (Tour startet um 4 Uhr Morgens) herrschte ein chaotisches Durcheinander, niemand wusste genau wo wir stehen sollten, dann hatten wir endlich einen Space und mussten wegen einer wie immer gearteten „Versammlung“ wieder wegfahren, sodass wir am Ende einfach wieder abgehauen sind. Trotzdem ist die Sierra Gorda ein weiterer Beweis für die geniale und vielfältige Natur im wunderschönen Mexiko.

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Guanajuato ist eine vielfältige und bunte Universitätstadt mit vielen schönen Bars und netten Leuten.

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Die Wanderung war einfach nur eindrucksvoll, vor allem nach den vielen Städten die wir davor angeschaut haben.

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Von diesem Wasserfall ganz zu schweigen. 🙂

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Artikel verfasst von Einar.