25.05.18 Mayakultur, Seen, Wasserfälle und Dschungel

Nach San Cristobal haben wir uns in Richtung Guatemaltekische Grenze aufgemacht, zu einen Nationalpark mit dem Namen „Cinco Lagos“ also Fünf Seen. Eigentlich besteht das gesamte Areal aus deutlich mehr Seen (um die 50), aber diese fünf sind für ihre tolle karibikblaue, Farbe bekannt. Das Wasser ist so klar, dass man mit dem Schnorchel viel sehen kann und es hat genau die richtige Temperatur. Auf einem vier-stündigen Wanderweg geht man durch den Dschungel zu verschiedenen Aussichtspunkten und endet an einem der Seen, in dem man sich dann abkühlen kann.

Weiter auf der MEX 307 geht es kurvenreich bergab auf etwa 100m, die Luftfeuchtigkeit steigt und es wird heiß. Die Natur gedeiht unter diesen Bedingungen ideal, wir fahren auf schlechter Straße (voll mit tiefen Schlaglöchern und versteckten Topes) weiter an der Grenze entlang. Unser Ziel ist die kleine Stadt Frontera Corozal, von wo aus man die mächtige Mayastadt „Yaxchilan“ mit einem Boot erreichen kann. Wir übernachten auf dem Parkplatz eines Hotels direkt am Fluss, um am nächsten Morgen zu den Ruinen zu fahren. Abends kommen die Familien aus dem Ort um im Fluss ihre Wäsche zu waschen. Der Hotelbesitzer hat uns davon abgeraten im Fluss zu baden; es gibt Krokodile. Santiago, unser Kapitän holt uns um halb neun am nächsten Tag ab und wir fahren die 25km auf dem Grenzfluss zu den Ruinen. Auf der Fahrt können wir eines der Krokodile am Flussufer beobachten, wo es sich sonnt.

xyx

Ich habe hier mal versucht zu verdeutlichen wie genial Yaxchilan liegt. Der Rio Usumacinta beschreibt den Grenzfluss zwischen Mexiko und Guatemala. Die Maya Stadt liegt mitten im Dschungel in einer Hufeisen-Biegung des Flusses. Schon auf dem Fluss sind alte Befestigungen zu erkennen, die Position muss unschlagbar gewesen sein.

Da wir schon früh zu den Ruinen gefahren sind, hatten wir diese eine ganze Stunde komplett für uns allein, bevor andere Touristengruppen begannen das Areal zu stürmen. Wir konnten die Brüllaffen in den Bäumen beobachten und das unglaubliche Flair dieser uralten und doch so modernen Ruinen aus der Mayakultur (die Stadt bestand von 100 AD bis etwa 800 AD) spüren. Diese Ruinen sind allein schon wegen des Dschungels ein Erlebnis, die Stämme der riesigen Urwaldbäume sind mindestens genauso bewachsen wie die Baumkrone selbst, und neben den Affen kann man viele bunte Vögel beobachten.

Weiter auf der MEX 307 Richtung Palenque halten wir bei einem Wasserfall in dessen Becken man sehr schön schwimmen kann. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit und Temperaturen von etwa 35°C oder mehr kommen einem die vielen Bademöglichkeiten sehr entgegen. Viele dieser enzigartigen Becken sind kaum besucht und man hat sie meistens für sich allein.

Das gilt nicht für die Wasserfälle Agua Azul und Misol-Ha, die direkt an der Haupttouristenroute liegen und somit das Ziel von Reisegruppen sind. Wir treffen dort ein Pärchen in unserem Alter aus England die mit solch einer Gruppe unterwegs sind. Sie fahren am gleichen Abend noch weiter nach Tulum (mind. 10h) und wir sind beide erstaunt über die verschiedenen Arten zu reisen.

Die Ruinen von Palenque sind nicht minder eindrucksvoll, auch hier stehen wir schon um 8 Uhr vor dem Ticketschalter und können somit mit nur einer Hand voll anderer Besucher die Ruinen erkunden. In Palenque sind Arbeiter und Archäologen dabei viele der Ruinen wieder aufzubauen, was eine zumindest zweifelhafte Angelegenheit ist. Natürlich ist das Erlebnis dadurch deutlich beeindruckender, man bekommt grandiose Einblicke in die fortschrittliche Architektur der Maya, allerdings sind das oft auch nur Mutmaßungen, wie die Gebäude ausgesehen haben könnten, somit werden unter Umständen Dinge verfälscht. Die Anordnung der Ruinen, mit großen Plätzen und Prachtalleen sind unter der Berücksichtigung des Alters schon kaum zu fassen, die Tatsache, dass die sichtbare Anlage dann nur etwa 5% aller Ruinen umfasst, während der Rest irgendwo im dichten Dschungel versteckt ist, ist dann umso beeindruckender.

Im Moment sind wir auf dem Weg auf die Halbinsel Yucatan. In Campeche haben wir uns in ein günstiges Hotel mit katastrophaler Matratze aber guter Lage und einer Klimaanlage eingemietet um unsere Route zu planen und die schöne Stadt zu erleben.

DSC_0863DSC_0843DSC_0872

Der Nationalpark „Cinko Lagos“ überzeugt mit tollen Aussichten und kristallklarem Wasser.

DSC_0912DSC_0932DSC_0973DSC_0954DSC_0905DSC_0975DSC_1010

Die Ruinen von Yaxchilan sind Eindrucksvoll. Wenn man allein durch die teilweise stockfinsteren Gänge geht, die Handytaschenlampe im anschlag, kommt man sich vor wie in einem Indiana Jones Film. Dass dann riesige Spinnen und Kröten zum Vorschein kommen macht die ganze Sache etwas gruselig.

DSC_1042DSC_1046DSC_1050

Wunderschöne Wasserfälle laden zum Baden ein…

DSC_1069DSC_0010DSC_0053

Die Ruinen von Palenque zeigen Eindrucksvoll die vergangene Macht der Maya-Kultur.

Artikel verfasst von: Einar