27.03.18 Whalewatching in San Ignacio

Whalewatching in San Ignacio

Von Bahia de los Angeles sind wir über einen Stopp in Guerrero Negro nach San Ignacio gefahren. Die erste Stadt die wir in Baja besuchen, die eine richtige Stadtmitte besitzt und nicht nur aus einer Ladenzeile an der Hauptstraße und ein paar Häusern dahinter besteht.

Der Ort macht einen ruhigen, etwas verschlafenen Eindruck, gleich im Zentrum steht eine Mision. Sie ist von der Größe relativ überschaubar, aber ganz nett anzugucken. Überall um den Platz werben Schilder für Whalewatchingtouren, an diesem Tag sind wir jedoch Mittags schon etwas spät dran und entscheiden uns stattdessen für die Höhlenmalereien von Sierra de la San Francisco. 70km außerhalb von San Ignacio, in den Bergen befinden sich neun verschiedene Malereien, die über 10.800 Jahre alt sind.

Teilweise sind diese nur durch dreitägige Wanderungen zu erreichen und generell nur mit einem Guide, dem man im Voraus bezahlt. Unser Guide ist 19 Jahre alt, spricht nur Spanisch, ist dafür aber sehr sympathisch, zu dritt quetschen wir uns auf die Vorderbank unseres Trucks und besuchen „El Raton“. Die Felsgemälde sind eher primitiv in rot und schwarz und zeigen Menschen, Pumas, Steinböcke, Schamanen mit Schlangenköpfen und Schildkröten. Wirklich beeindruckend ist an den Gemälden ihr Alter, kaum vorstellbar, wie die Farbe sich so lange an dem Fels gehalten hat.

Am Folgetag machen wir uns früh auf den Weg zur Laguna de San Ignacio. Hier kommen die weiblichen Grauwale von Dezember bis April her um ihre Kälber zu gebären. Das Wasser ist flacher, ruhiger und auch salziger, sodass die Haie und Orcas, die natürlichen Feinde der Grauwale, sich dort nicht aufhalten, sondern im Pazifik bleiben.

Die Grauwale wiegen bis zu 35 Tonnen und sind gerade wegen ihrer Größe so faszinierend. Die Kälber schwimmen direkt neben der Mutter und sind teilweise noch richtig verspielt. Wir hatten das Glück mit einer Meeresbiologin im Boot zu sitzen, die uns viel über die Lebensweise der Wale erzählen konnte. So hat jeder Wal eine eigene Persönlichkeit und mit Rufen und spritzendem Wasser kann man „freundliche Wale“ tatsächlich neugierig machen und näher zum Boot locken. Wale, die sich von dem Boot eher gestört fühlen zeigen die Schwanzflosse und tauchen ab.

Im April sind die Kälber groß genug um die 20.000km lange Reise nach Alaska zu wagen, wo deren beste Narungsbedingungen herrschen.

Auch wenn dieses Erlebnis mit 50$ pro Person wirklich kostspielig war, hat sich der Ausflug sehr gelohnt, es war erstaunlich zu erleben, wie zutraulich diese riesigen Tiere, noch dazu mit ihren Kälbern sind. Doch das Whalewatching hat auch seine Schattenseite – in der Lagune von San Ignacio dürfen sich 15 Boote (15!!) zur selben Zeit auf die Suche nach Walen machen. Die Wale gehen normalerweise sehr entspannt mit den Besuchern um, einige tauchen weg und andere haben auch ihren Spaß daran mit den Besucherbooten zu „spielen“, vor allem die Kälber. Teilweise kommt es dann dazu, das mehrere Boote um ein Walpärchen kreisen, das hat dann nur noch wenig mit „freier Wildbahn“ zu tun. Ein Blick auf die Boote hat dann auch gereicht um zu sehen, welcheMenschen dieses bevölkerten… Klar haben auch wir von dieser „Touristenattraktion“ profitiert, dennoch sollten die Permits zum Herausfahren in die Bucht deutlich eingeschränkt werden, besonders für Menschen die ganze Urlaube darauf ausrichten, also 6h am Tag in einem dieser Boote zu sitzen.

An Bord waren auch noch zwei Rentner aus Colorado, die sich bei den Mexikanern der Organisation für Präsident Trump entschuldigten und mit uns das Boot früher verließen, sehr sympathisch. Eine andere Frau hielt es dagegen für nötig die Wale mit selbstgedichteten Liedern „herbeizusingen“ und war völlig versessen darauf, einen Wal zu berühren.

Leider haben wir auf dem Rückweg auch einen Grauwal sterben sehen, der zu nah ans Ufer geschwommen ist und aus dem flachen Wasser nicht mehr raus gekommen ist.

Artikel verfasst von: Marie und Einar

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Die Walbilder hab ich mit meinem Handy gemacht, auch nur sehr wenige, da ich mehr an der in diesem Fall sehr kurzweiligen Realität beschäftigt war ;).

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Die Höhlenmalereien sehen auf den ersten Blick unscheinbar aus, aber wenn man genauer hinschaut…….

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Hier haben wir von Bahia de Los Angeles die Piste Richtung Süden genommen, um nicht die gleiche Straße zurück nehmen zu müssen. Es war eine Piste…

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…die aber mit einem schönen und einsamen Übernachtungsplatz belohnt wurde. (Siehe Übernachtungen.)

DSC_0094DSC_0092Das ist unser Campground in Mulege. Wir haben uns erst mal entspannt und gucken uns dann morgen die Stadt an…