3 Wochen und 5000km Baja California

Im Rückblick bleibt von Baja California eine wirklich angenehme Stimmung, die vor allem auf die Menschen dort zurückzuführen ist. Die Atmosphäre ist besonders am Wochenende gelassen und selbst wenn es geschäftig wird, ist es nie hektisch, wir haben keinen Mexikaner erlebt, der sich hat stressen lassen. Jeder grüßt Jeden mit einem förmlichen Buenos Días Señor/Señora und in den Orten, die wir besucht haben begegnen die Einwohner uns Touristen weniger mit Vorurteilen und Ungeduld, als vielmehr mit Neugierde und wirklich herzlicher Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft.

Speziell im Norden sind die Orte, selbst wenn sie auf der Karte verzeichnet sind, meist sehr klein (abgesehen von Tijuana, Ensenada und San Felipe), erst weiter im Süden, hinter Guerrero Negro trifft man auf Städtchen, mit ein paar alten Häusern, einer kleinen Kirche und einem zentral gelegenen Platz. Besonders gefallen haben uns Mulége und Todos Santos. Die beiden Touristen-Metropolen San Jose de Cabo und Cabo San Lucas sind erschreckend amerikanisiert und bestehen hauptsächlich aus riesigen Hotelanlagen.

Aus geografischer Sicht bleiben einem von Baja California Wüste, Strand und Gebirge in Erinnerung. Sobald man die Küste verlässt trifft man fast ausschließlich auf Wüste, damit sind keine Sanddünen gemeint, sondern vielmehr alle möglichen Kakteenarten, darunter vor allem der bis zu 20 Meter hohe „Cardón“. Vereinzelt sieht man an den Spitzen weiße Blüten und ab und zu ein paar Geier die sich auf der Spitze ausruhen. Ansonsten gibt es reichlich Hasen, Nachts heulende Koyoten und auch in der tiefsten Wüste steht immer mal eine magere Kuh auf der Straße.

Die Strände sind besonders an der südlichen Ostküste einfach traumhaft, sie erinnern an die schneeweißen Karibikstrände mit türkisfarbenen Wasser, dazu findet man auf Baja auch viele kleine Riffs, sodass es beim Schnorcheln wirklich etwas zu entdecken gibt (siehe Bahia de los Angeles und Cabo Pulmo). Dafür befinden sich an der Westküste all die Lagunen, wo die weiblichen Grauwale ihre Kälber gebären, sowie Pazifikwellen die gute Wellen für Surfer garantieren.

Um das Gebirge zu erkunden eignet sich am besten der Nationalpark „Sierra San Pedro de Martir“, dort kann man mit Glück den seltenen Kalifornischen Kondor beobachten, es ist durch die ~2500 Höhenmeter verhältnismäßig kühl und es gibt dort ein bekanntes Observatorium. Ein wahrer Geheimtipp ist der Campingplatz des Nationalparks, mit großzügigen Plätzen zwischen kleinen Felsen und Pinien, die reichlich Holz für ein gemütliches Lagerfeuer bieten.

Zu keinem Zeitpunkt haben wir uns auf Baja „unsicher“ gefühlt, womöglich liegt das daran, dass die Halbinsel viele amerikanische Touristen anlockt und wir die Grenzstadt Tijuana gemieden haben, dennoch geht auch von den Einwohnern so ein freundliches Willkommen aus, dass wir an keinem Ort ein komisches Gefühl hatten. Uns wurde abgeraten Nachts zu fahren, daran haben wir uns gehalten, allein schon wegen der Straßenverhältnisse und den Kühen, die dort teilweise rasten und im Dunkeln nicht so gut auszumachen sind.

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Artikel verfasst von: Marie