30.05.2018 Campeche, Merida, Cenoten und R u i n e n

Nachdem wir uns die Ruinen von Palenque angesehen haben, machen wir uns auf den Weg nach Campeche und damit auf den Weg auf die Halbinsel Yucatan. Schon in Palenque fällt uns die Wiederanwesenheit von Touristen auf, die sich, auch wenn gerade Nebensaison ist, gerne auf der Halbinsel (Ausgangspunkt meistens Cancún) in ihren Gruppen aufhalten. Der Weg nach Campeche ist schnell gefahren, nach den vielen bergigen und kurvigen Strecken im Hochland von Mexiko sind die Straßen auf der Halbinsel gerade und flach, somit können wieder Durchschnittsgeschwindigkeiten von den sonst üblichen 40km/h erreicht werden. Das Flachland bringt auch die Hitze zurück, die man über 2000m gerne vergisst und mit der Hitze auch die Luftfeuchtigkeit, was das Reisen wieder anstrengender macht.

Campeche liegt direkt am Golf von Mexiko und schützte sich in der Vergangenheit vor Piraten durch eine massive Stadtmauer. Diese Mauer bringt auch einen radikalen Bruch der Stadtarchitektur mit sich, außen befindet sich eine durchschnittliche mexikanische Häuserstruktur mit kleinen Ständen und Märkten an der Straße. Innerhalb wurden fast alle Häuser aus der Kolonialzeit mit der Ernennung der Stadt zum Weltkulturerbe und den damit verbundenen finanziellen Mitteln restauriert, die Straßen neu gepflastert und eine Müllversorgungsinfrastruktur (durchaus nicht normal in den meisten Städten) aufgebaut. Es gibt viele Bars und Restaurants im Zentrum und die engen Straßen laden auch bei der Hitze zum Spazieren ein. Am Nachmittag und Abend ist der zentrale Park voll besetzt, durch das Wifi sitzen hier auch viele junge Menschen und arbeiten oder skypen mit Freunden. In einer Zeit, in dem sich beschwert wird, das alle nur noch mit ihren technischen Geräten beschäftigt sind, finde ich die Idee dass man diese Zeit auch abseits des heimischen Wifi verbringen kann gut, das könnte mal ein Denkanstoß sein.

Merida

Direkt die nächste Stadt und auch noch die Hauptstadt des Bundestaats Yucatan. Merida ist durchaus eine Großstadt und hat auch ein historisches Zentrum das aber lange nicht mit dem von Campeche mithalten kann. Wir parken unseren Truck im Garten eines Hostels nahe der Innenstadt mit einem kleinen Pool und Gästen aus aller Welt. Nach einem Trip durch die Innenstadt nehmen wir am Morgen ein Uber zu dem großen Maya Museum, das mit seiner modernen Architektur und einem guten Konzept besticht.

Nach zwei Tagen verabschieden wir uns schweren Herzens von dem Pool und machen uns auf der MEX 180 (Merida – Cancun) auf zu einem Dorf voller Cenoten (unterirdische Höhlen gefüllt mit Wasser). Es herrscht eine mystische Stimmung – kein Wunder das diese Cenoten früher von der Maya Kultur als heilige Städte angesehen wurden.

Chichen – Itza

Die alte Stadt von Chichen – Itza gehört zu den 7 Weltwundern und hat damit ordentliche Vorschusslorbeeren geerntet. Sie ist die am besten rekonstruierte Ruinenstädte in Mexiko und dementsprechend hoch sind auch der Andrang und die Preise. Bei einem normalen Eintrittspreis von immer etwa 70- max. 200 MXN/2Personen sprengt die Ruinenstadt mit mehr als 500 MXN jeden (mexikanischen) Rahmen. Studenten/Schüler aus dem Ausland werden nicht anerkannt, nur Mexikaner brauchen lediglich 50 MXN bezahlen (was ich generell richtig finde – für europäische Verhältnisse fallen auch 20-30€/erwachsene Person nicht unbedingt aus dem Rahmen, schade ist das Studenten und Schüler aus dem Ausland nicht anerkannt werden. Wir kommen wieder früh an, um den Massen zu entgehen, was auch hier wieder funktioniert. Die Ruinen an sich sind gewaltig, der Ballspielplatz erinnert an das antike Olympia in Griechenland. Der Rasen ist ausgetreten und die Ruinen dürfen alle nicht betreten werden, obwohl einige komplett wieder aufgebaut wurden. Durch die Professionalisierung, die vielen Souvenirhändler und die wortwörtlich ausgelatschten Pfade hat uns ein bisschen das besondere Gefühl gefehlt, das normalerweise an solch einer Location aufkommt. Nichts desto trotz gehen wir mit viel Interesse und neu gewonnenem Knowledge aus dem Maya Museum in Merida durch die alte Stadt.

Auf dem Weg zu unserem Übernachtungsplatz kommen uns zahllose Reisebusse entgegen, auf der größten Plaza befinden sich laut einem Guide zu den Stroßzeiten bis zu 5.000 Menschen. Ein Glück sind wir um 11:00 schon wieder unterwegs und genießen die Klimaanlage vom Truck, die nach 30 Jahren noch genauso kühlt wie am ersten Tag. Den Nachmittag verbringen wir auf der schönen Anlage der Suytun Cenotes – morgen geht’s nach Tulum.

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Die Innenstadt von Campeche ist wunderschön und die vielen Bars und Cafés laden zu einem kühlen Bier in der Hitze ein.

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Das Maya Museum in Merida.

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Chichen – Itza vor den Besuchermassen. Man ist zwar nicht komplett allein wie in Yaxchillan oder Palenque, trotzdem lässt es sich morgens relativ entspannt (abgesehen von der Hitze) erkunden.

Artikel verfasst von: Einar