Mex City (2) – Eine Stadt voller Kontraste

Nach drei Tagen in Teotihuacan kehren wir zurück zu Diegos Wohnung, der Sonntag geht schnell vorbei, wir besuchen Diegos Konzert in einer klassischen Pulque-Bar. Pulque ist das mexikanische Nationalgetränk und besteht aus fermentiertem Agavensaft, es gibt ihn aber auch in allen möglichen anderen Versionen, Erdbeere, Apfel, diverse Nüsse etc. Die Konsistenz ist Smoothie-ähnlich und das Getränk ist wegen dem fermentiertem Geschmack eher gewöhnungsbedürftig, aber genug von der Pulque-Analyse.

Am Montag nehmen wir einen Termin bei der Kooperationsärztin der deutschen Botschaft wahr um die Gelbfieberimpfung nachzuholen. Nach fast drei Monaten und einer Passkontrolle betreten wir also wieder deutschen Grund und Boden. Die Impfung wird in Cash bezahlt und verläuft bis auf einen Wutanfall der Tropenmedizinerin über deutsche Hausärzte reibungslos. Wir haben gelernt,dass bei exotischen Reisen immer ein Tropeninstitut aufgesucht werden sollte, denn diese Krankheiten erwischen einen zwar meistens nicht, aber das Risiko will man ja nicht ernsthaft eingehen, zumal die Impfungen häufig von der Krankenversicherung übernommen werden. Für alle Amerikanischen Länder gibt es lediglich eine deutsche Ärztin, man muss also schon etwas Glück haben um diese zu erwischen. Wenn das allerdings der Fall ist (man muss vorher anrufen für einen Termin), dann bekommt man sehr gute medizinische Beratung in fast allen Gebieten, die nach der Deutschen Gebührenverordnung abgerechnet wird und deshalb in der Regel von den Krankenkassen übernommen werden. Fast alle Medikamente und Impfstoffe sind vorrätig. Selbst wenn Impfungen in Deutschland deutlich sinniger sind, sind die Botschaften eine gute und sichere Alternative. Wir hatten innerhalb von 2h einen Termin, was zu stress und einer Uber-Tour unter Zeitdruck führte, um die Impfausweise aus dem Truck am anderen Ende der Stadt zu holen…

Die letzten beiden Tage mit Diego verbringen wir mit Spaziergängen durch die unterschiedlichen Viertel der Stadt. So ist „Roma Norte“ zentral gelegen, hat hippe und teure Bars und Shops, dafür aber eine weniger schöne Architektur. Daneben liegt „La Condesa“, dieses Viertel ähnelt vom Flair und der Lage Roma Norte hat aber schöne Parks und eine individuellere bunt gemischte Architektur. Bekannt für diese Gegend sind auch breite Gehwege in der Mitte der Fahrbahnen, die mit schönen Beeten, Bäumen und Palmen bepflanzt sind. Eine wirklich geniale Idee, dadurch stört die Straße nicht das Stadtbild und man kann die City durch einen parkähnlichen Gehweg erkunden.

Weiter außerhalb (in Mexico City bedeutet das ca. eine Stunde Fahrt) befindet sich „Santa Fe“, das Reichenviertel mit Penthouses und Büroräumen in riesigen Wolkenkratzern. Viele davon befinden sich noch im Bau, oder sind so gut wie neu. Das gilt auch für die große Parkanlage am Fuß der Skyline. Der Wandel des Stadtbilds in Santa Fe verglichen zu den anderen Vierteln ist enorm, auf einmal gibt es Werbung für teure Autos anstatt von Werbung für billiges Fastfood.

Wenn man die Stadt so, mit dem Fahrrad oder zu Fuß erkundet kann man die Kontraste hautnah erleben. Überall in der Stadt kann man kostenlose Fahrräder in Anspruch nehmen und diese 3 Stunden lang nutzen. Die Fahrräder sind zwar oft alt und ohne Gangschaltung dafür aber in einem gutem Zustand und gegen die Pfändung eines Personalausweises auch kostenlos. Aber Vorsicht, Fahrradfahrer werden in dem chaotischen Verkehr größtenteils ignoriert, daher ist Vorsicht geboten. In dem Park von Santa Fé kann man nur moderne E-Bikes für 50MXN/H buchen, diese sind aber auch ganz witzig, da einen Gasgriff wie beim Motorrad haben und man dann komplett ohne treten durch den Park surrt. Der Kontrast beinhaltet auch, dass die reichen gerne unter sich bleiben – es gibt keine Tacos mehr am Straßenrand und keine Händler. Der Stadtteil ist nicht mal an das Metrosystem angebunden.

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Das ist der Platz, auf dem auch der jüngste „James Bond“ Film gedreht wurde und jedes Jahr das „Fest der Toten“ stattfindet. Direkt daneben eine Kathedrale, die aus alten Maya-Ruinen konstruiert wurden (dafür wurden diese zerstört…). Auf der linken Seite (nicht zu erkennen) steht das Kongressgebäude des Mexikanischen Staats.

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Wie man an den Bildern erkennen kann, gibt es in Santa Fé fast nur Wolkenkratzer und alles ist sehr modern gehalten. Dafür ist es sehr abgelegen und weitere teure Viertel gibt es auch in der Innenstadt, z.B. Polanco (dort ist auch die Deutsche Botschaft).