Sieben Tage in B E L I Z E

Nach allem was wir von Belize gehört hatten, dass die offizielle Landessprache Englisch sei, die Währung sich 2:1 am US-Dollar orientiere und reiche Amerikaner hier auf teuren Anwesen residieren, ist das Land dann doch viel mittelamerikanischer als gedacht.

Bis auf den Haupthighway der einmal durchs Land führt sind die meisten Straßen nicht asphaltiert, im Norden haben wir gleich am ersten Tag die sog. „Handcrafted Ferries“ kennengelernt. Die Schotterstraße wird dort an zwei Stellen von einem Fluss gekreuzt und anstatt Brücken zu bauen finanziert die Regierung von Hand angetriebene kleine Fähren. Dort steht dann 24 Stunden lang jemand und befördert mithilfe einer Kurbel Autos und Motorräder von einer Flussseite auf die andere. Man darf gerne helfen.

Shipster Nature Reserve

Die erste Nacht verbringen wir in der Nähe des Shipster Nature Reserve im Dschungel an der Ostküste. Das Aussteigen ist ein Schock, da wir augenblicklich von Moskitoschwärmen umkreist werden. Wir flüchten in die „Communal Area“ die mit Moskitonetzen ausgestattet ist, auf dem Gelände brennt den ganzen Tag ein rauchendes Feuer, um die Mücken wenigstens etwas fernzuhalten. Trotz der Hitze müssen wir die ganze Zeit lange Kleidung tragen und wenn man wandern will sollte man die ganze Zeit ein Shirt, oder Tuch um sich wirbeln, sonst wird man gnadenlos zerstochen. Doch die Gegend hat auch etwas zu bieten, in dem Nationalpark gibt es eine kleine Schmetterlingsfarm, die man besichtigen kann, außerdem gibt es einen 20 meter hohen Aussichtsturm um Vögel zu beobachten und zwei Wanderungen durch den Dschungel.

Dennoch sind wir froh nach zwei Tagen die Gegend zu verlassen; uns ist schleierhaft wie man sich dazu entscheiden kann hier zu leben, die Moskitos sind eine einzige Plage.

Belize city

Über schlechte Straßen geht es 150km weiter in die ehemalige Hauptstadt Belize City, die immer noch die größte Stadt des Landes ist. Nur die Regierungsgebäude wurden nach Belmopan verlegt, nachdem Belize City nach mehreren Hurrikanen zu oft zu große Schäden davongetragen hat. Die Stadt macht einen bedrückenden Eindruck, enge Straßen, verfallenen Grundstücke und kaputte Autos. Tatsächlich leben 40% der Einwohner von Belize unter der Armutsgrenze.

Wir halten nur fürs Mittagessen, das gut und preiswert ist. Uns fällt auf wieviele unterschiedliche Hautfarben hier zur belizianischen Bevölkerung gehören. Natürlich gibt es die Latinos, von denen die meisten auch Spanisch sprechen, es gibt viele Schwarze, die sich teilweise in Kreol unterhalten, aber auch Hellhäutige darunter vor allem die religiösen Mennoniten.

Die Mennoniten sind freie Evangeliken, die meistens unter sich bleiben. Sie haben westliche Wurzeln und sind den Amischen ähnlich, teilweise sprechen sie hier auch noch plattdeutsch. Tatsächlich sehen die Grundstücke alle sehr aufgeräumt und gepflegt aus, was wir in diesen Ländern bisher eher selten gesehen haben. Die Mennoniten betreiben hauptsächlich Landwirtschaft, für Belize produzieren sie 60% der Hauptnahrungsmittel wie Reis und Hühnchen.

Belize Zoo

Nach Belize City besuchen wir den bekannten „Belize Zoo“, der ist zwar eher klein, dafür leben in ihm fast ausschließlich Tiere die verletzt waren, oder deren Leben bedroht wurde. So auch zwei der seltenen Jaguare (nicht die schwarzen, sondern die leopardenähnlichen), die ihre Beute auf Farmen gejagt haben und ansonsten von den Farmbesitzern erschossen worden wären.

Gleichzeitig versucht der Zoo den Locals ein Bewusstsein für die seltene Tierwelt von Belize zu vermitteln, um Wilderern vorzubeugen und zu vorsichtigerem Fahren anzuhalten.

Nohoch Che’en

Am Folgetag besuchen wir Nohoch Che’en, diese Region ist bekannt für das „Cave-Tubing“. Dort hat der Sibun River ein riesiges unterirdisches Höhlensystem durch die Kalkfelsen gegraben, auf demselben Fluss kann man sich. mit großen Gummireifen treiben lassen um die Höhlen zu erkunden. Nach der teuren Investition von 35 US-Dollar pro Person sind die Erwartungen groß und leider wurden wir etwas enttäuscht, die Aktion ähnelt keinesfalls einer Wildwassertour, zusammen mit mind. 10 weiteren Touristen werden die Ringe zusammengeschlossen und dann treibt man langsam durch die Höhle. Die Höhlen sind beeindruckend, allein schon wegen der schieren Größe, es gibt zahlreiche Stalaktiten und Stalakmiten, sowie funkelnde Quartzkristalle. Allerdings herrscht auf dem Fluss beinahe ein Touristenstau, vor allem wenn an der Ostküste gerade ein Kreuzfahrtschiff angelegt hat. Alles in allem also eine weniger lohnenswerte Attraktion.

Mountain Pine Ridge Forest Reserve

Viel besser gefällt uns der Pinienwald in der Nähe von San Ignacio. Hier campen wir jetzt schon seit drei Tagen auf der hervorragenden und preiswerten Pine Ridge Lodge. Eine Anlage, die von einem Briten instand gehalten wird und eine traumhafte Lage hat. Etwas ab vom Schuss, dafür menschenleer gibt es ein paar Sehenswürdigkeiten entlang des Macal River zu besichtigen. Auf roten Lehmstraßen erkunden wir River on Pools; große natürlich Becken in denen man schwimmen kann, den Wasserfall von Big Rock und die Höhle bei Rio Frio Cave.

Den letzten Tag den der Truck in Belize versichert ist werden wir in San Ignacio verbringen, um anschließend die Grenze nach Guatemala zu überqueren.

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Die Fähren auf dem Weg zur nördlichen Küste werden allesamt mit der Hand gekurbelt.

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Einer der geretteten Jaguare im Belize Zoo.

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Unterwegs im Pine Ridge Mountain Reserve.

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Auf einer unserer Wanderungen hat diese kleine Schildkröte unseren Weg gekreuzt.

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Das ist die Cashewfrucht, ganz unten hängt die Cashewnuss (das kleine braune Ding), hier noch in der Schale. Kein Wunder, dass die Nüsse so teuer sind, wenn nur so wenige von ihnen an einem Baum hängen. Die Cashewfrucht wird hier zu Saft, Marmelade und Cashewwein verarbeitet.